Meditation

Meditation | Anne Steinmann

Das Wort „Meditation“ kommt aus dem Lateinischen „meditatio“ = „das Nachdenken über“ oder „medius“ = die Mitte. Meditation ist eine Form der Selbsterkundung, bei der man den Blick von den äußeren Dingen löst und nach innen wendet. Meditation ist ein innerer Weg und kann ein sehr umfassender Prozess der Bewusstwerdung sein.

Unter Meditation kann man jede absichtslose Fokussierung auf eine Tätigkeit oder einen Gegenstand verstehen. Bestimmte Ergebnisse sind mit Willen nicht herbeizuführen oder zu erzwingen. Nicht-Denken, Nicht-Wollen und Nicht-Tun sondern Sein, Gewahrsein, Offensein, Lauschen - das sind Grundprinzipien der Meditation.

Neben regelmäßiger Praxis sind Hingabe, Loslassen, Geschehenlassen, Annehmen-was-ist, auch Disziplin und Beharrlichkeit, Voraussetzung.

Meditation ist wesentlicher Bestandteil vieler Religionen, in denen das Sich-Versenken als Übung zur Annäherung an ein höheres Wesen (an Gott) oder einen höheren Bewusstseinszustand verstanden wird. Dabei ist es allerdings recht unterschiedlich, ob eine stille, passive Form oder eine aktive gewählt wird. Es gibt jedoch für fast alle Formen der Meditation einen gemeinsamen Nenner: Man löst die Aufmerksamkeit behutsam vom Körper und wendet sie dem Geistigen zu. Nach einer Weile der Übung wird die Körperlichkeit ausgeschaltet, im Denken kehrt Ruhe ein und wir können zu ahnen beginnen, dass wir eigentlich geistige Wesen sind, die vorübergehend ein physisches Dasein in einer physischen Welt erleben.

Meditation macht die Grenzen unseres alltäglichen Denkens und unserer gewohnten Vorstellung von uns selbst durchlässig und offenbart eine bis dahin unsichtbare innere Welt. Definitionen und Schilderungen können diese Erfahrung nicht wirklich greifbar machen; die Erfahrung selbst ist vielmehr die beste Definition von Meditation.

Sämtliche Techniken haben das Ziel sich selbst irgendwann überflüssig zu machen, umfassende Entspannung, eine tiefe Ruhe und Stille, einen veränderter Bewusstseinszustand zu erreichen – letztlich einen Zustand, in dem sich die bislang brachliegenden Bewusstseinsbereiche offenbaren können, die Erleuchtung, sich als „eins mit dem Ganzen“ zu erleben, die Erlangung einer zunehmend vertieften intuitiven Wahrnehmung des wahren Wesens der Wirklichkeit.

Auswirkungen

Durch die vollständige oder teilweise Leerung des Bewusstseins während der Meditationsphase öffnet sich unser Geist für neue Erfahrungen. Im Gegensatz zu Psychoanalysen und Entstressungsprogrammen gehen wir bei der Meditation wertfrei und ziellos in unserer eigenen Psyche auf Entdeckungsreise. Wir wollen nichts erreichen, sondern lassen geschehen und akzeptieren, was geschieht. Negative Gefühle wie Angst, Wut, Hass und Misstrauen werden entdeckt, akzeptiert und damit neutralisiert, positive Gefühle wie Liebe, Vertrauen und Freude werden gefördert. Unsere Seele weiß diese Freiheit zu schätzen. Weil wir nichts erreichen müssen, können wir alles erreichen.

Nach regelmäßiger meditativer Übung stellt sich ein grundsätzliches Gefühl der Entspannung, Ruhe und Gelassenheit ein. Umweltreize werden als weniger belastend empfunden, man zeigt seltener Stressreaktionen. Die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit steigt. Meditation führt zu größerer Selbstakzeptanz, zu mehr Selbstvertrauen und Selbstidentität, zu einer besseren Selbstverwirklichung. Die allgemeine Stimmung wird durch Meditation offenkundig positiv beeinflusst und stabilisiert. Man fühlt sich ausgeglichen und verfügt über eine heiter-gelassene Zufriedenheit. Die körperliche Leistungsfähigkeit steigt, die Intelligenz nimmt messbar zu.

Während der Meditation sinkt der Blutdruck, Puls- und Atemfrequenz nehmen ab, es wird weniger Sauerstoff verbraucht und weniger Kohlendioxid produziert und die Alphawellen im Gehirn, die ein Indikator für Entspannung sind, nehmen zu. Mediziner haben herausgefunden, dass die Meditation eine heilsame Kraft ist, die in der Lage ist, vielerlei Beschwerden und Krankheiten zu lindern. Untersuchungen haben gezeigt, dass z.B. auch Magengeschwüre, Asthma, Epilepsie, Multiple Sklerose, Allergien, Akne, Kopfschmerzen, Übergewicht, Diabetes, Reizdarmsyndrom, Schlafstörungen, Depression, Herzkrankheiten usw. geheilt werden können. Meditation trägt durch ihre Entstressungsfunktion dazu bei, das Immunsystem zu stärken und damit die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten zu mindern.

Regelmäßige meditative Praxis führt also zu körperlichen und zu Persönlichkeits-Veränderungen.

Jenseits dieser Auswirkungen steht jedoch letztlich ein einziger Beweggrund: die Suche nach jenem mystischen Bewusstsein, mit dem man durch Meditation in Berührung kommen kann. Wir erhalten Einblicke in Ursprung und Grund des menschlichen Daseins und erwachen zu einer ganz neuen Sicht des Lebens.
Wer dorthin gelangen will, muss die Auswirkungen meditativer Praxis hinter sich lassen und mit absichtsloser Hingabe in ihr Herz eintauchen. Dieser Weg führt uns in den Wesenskern unseres Lebens, in die Tiefe des Geistes von Gott, allumfassender Liebe, der Verbundenheit mit allem, was ist.

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