Burnout-Prophylaxe

Ausgeglichen statt ausgebrannt

Burnout-Prophylaxe | Anne Steinmann

Das Burnout-Syndrom (engl. burn out ‚ausbrennen‘) bzw. Ausgebranntsein bezeichnet Schwierigkeiten bei der Bewältigung des eigenen Lebens und ist begleitet von körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, einem Gefühl der Überlastung und des Ausgeliefertseins. Die Anfälligkeit für das Burnout-Syndrom unterscheidet sich sehr stark je nach Persönlichkeitsmerkmalen – oftmals sind Wurzeln in Perfektionismus, ausgeprägter Hilfsbereitschaft und Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse zu finden.

Ursachen sind u.a. im beruflichen Umfeld zu finden, aber auch ganz allgemein in Stress, der aus Sicht der betroffenen Person nicht bewältigt werden kann. Es handelt sich um ein subjektiv wahrgenommenes Ungleichgewicht zwischen externen Anforderungen einerseits und individuellen Fähigkeiten zur Bewältigung der Belastungen andererseits. Diese Diskrepanz ist oft mit dem Gefühl der Ohnmacht verbunden. Zentral ist dabei die (vermeintliche oder zutreffende) Annahme der Überforderung oder mangelnden Kontrolle.

Burnout-Symptome

Körperliche bzw. seelische Symptome können u.a. sein:

  • Schlafstörungen
  • Chronische Müdigkeit
  • Beeinträchtigung der Erholungsfähigkeit, keine Entspannungsphasen
  • Ständig kreisende Gedanken
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Tinnitus
  • Chronische Schmerzen
  • Anfälligkeit für Infekte
  • Konzentrationsstörungen
  • Dauerhafte Angespanntheit
  • Antriebslosigkeit
  • Libidoverlust
  • Suchtgefahr
  • Schwächegefühl
  • Aussichtslosigkeit
  • Depression

Phasen des Burnouts

Solch’ ein Erschöpfungsprozess kann über Jahre – schleichend und unerkannt – langsam immer tiefer in eine Abwärtsspirale führen. Nach Herbert Freudenberger und Gail North gibt es zwölf Phasen, die jedoch nicht zwingend in dieser Reihenfolge verlaufen müssen:

  1. Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen
  2. Übermäßiges Leistungsstreben, um (vermeintlich?) hohe Erwartungen von anderen und auch sich selbst gegenüber zu erfüllen
  3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte mit Familie und Freunden und Hobbys
  4. Überspielen oder Übergehen (innerer) Probleme und Konflikte
  5. Zweifel am bzw. Unkenntnis vom eigenen Wertesystem
  6. Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranzgrenze
  7. Weiterer Rückzug und Meidung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum
  8. Offensichtliche Verhaltensänderungen einhergehend mit einem Gefühl der Wertlosigkeit und zunehmender Ängstlichkeit
  9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft mehr und mehr funktional und mechanistisch
  10. Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie u.a. durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen
  11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  12. Erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs

Wenn Sie sich in o.g. 12 Phasen irgendwo wiederfinden sollten, kann ich Ihnen nur empfehlen, Ihre Erschöpfung als eindringliche Warnung Ihres Körpers zu erkennen und als Chance Ihren Lebensweg, Ihre Werte und Ziele zu verändern und eigenverantwortlich neu zu gestalten. Machen Sie sich als Erstes bewusst, dass nicht Ihre Arbeit oder Ihre Lebensumstände oder andere Menschen Sie krank machen, sondern Ihr Umgang damit. Und dann nehmen Sie Ihr Leben in die Hand.

Ansatzpunkte einem Burnout vorzubeugen

  • Sach- und Fachkompetenzen erweitern (lebenslanges Lernen, neugierig und offen bleiben, sich weiter entwickeln)
  • Selbstbehauptung und Selbstwertgefühl stärken, eigene Interessen vertreten und Nein sagen lernen
  • Organisation und Zeitmanagement verbessern
  • Freizeit als Quelle der Erholung aktiv gestalten
  • Körperlich entspannen und abschalten, Ausgleich schaffen
  • Sport treiben und mehr Bewegung in den Alltag bringen
  • Den Körper mit gesunder Ernährung stärken
  • Aufbau und Pflege sozialer Netzwerke (Familie, Freunde)
  • Eigenständige Ziele, Werte, Sinn finden
  • Toleranten, gesunden Egoismus entwickeln
  • Genuss im Alltag kultivieren

Eine Standardtherapie für das Ausgebranntsein gibt es nicht, da die Entwicklung des Burnout immer eine ganz persönliche Reaktion auf individuelle Umstände ausgehend von einer Einzelperson mit eigenem Wesen und spezifischen Eigenschaften ist und somit die Ansätze für eine Behandlung individuell angepasst werden müssen.

Auch wenn es Ihnen vielleicht schwer fällt anzuerkennen, dass Sie die Dinge nicht mehr im Griff haben und etwas aus dem Ruder läuft - Sie dürfen hierbei Hilfe annehmen, dies ist kein Zeichen von Schwäche sondern von Klugheit! Je nach Ihrem Stand und Ihren Bedürfnissen und auf Grundlage meiner eigenen Erfahrungen mit Burnout entwickle ich persönliche ressourcen- und lösungsorientierte Konzepte, als Prophylaxe auch für Unternehmen.